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Vorteile und Unglück von Knoblauch

Vorteile und Unglück von Knoblauch

Knoblauch für Pferde

Wurmmittel, Insektenvertilgungsmittel, Antioxydationsmittel... Die Vorteile von Knoblauch scheinen unendlich vielfältig zu sein und werden in Nahrungsergänzungsmittel immer mehr hervorgehoben. Obwohl Knoblauch ein Naturprodukt ist, verfügt es über einige Nebenwirkungen, die bei unvernünftiger oder zu langer Nutzung schwerwiegend sein können... Betrachten wir etwas näher dieses Produkt, das Einzug in unsere Pferdeställe gehalten hat. 

Es wird trocken verabreicht (als Späne, Granulat oder Pulver) oder frisch, zerdrückt oder nur geschält... je nach Geschmack (des Pferdes) oder der Einfachheit halber (für den Pfleger). Knoblauch taucht immer häufiger auf, sei es in den Threads der Foren oder in den Auslagen des Fachhandels. Weil einige behaupten, diese 100 % natürliche kleine Zehe wäre ein Wundermittel gegen alle Leiden: Wurmkur, Insektenschutzmittel, Entzündungshemmend, gut für die Atemwege, die Durchblutung oder sogar gegen Krebs, alles gute Gründe, um unseren Pferden eine der Grundlagen der mediterranen Küche zu verabreichen.

Und? Informationen oder Unfug? Animaderm biete Ihnen heute eine kurze Beschreibung der tatsächlichen Vorteile und Vorurteile dieser bekannten und beliebten Zutat.


 Knoblauch, ein natürliches und somit harmloses Heilmittel?  Falsch!


Die Tatsache, dass ein Produkt natürlich ist, heißt nicht, dass es gefahrlos ist. Frei nach dem Motto „Die Dosis macht das Gift“. Und in der Dosierung liegt eben das Problem. Sie schwankt je nach Pflanze, nach der Art der Verabreichung (frische Pflanze, ätherisches Öl, Trockenextrakt, reiner Auszug, Mazerat, ...), der Art der Wirkstoffe, der zu behandelnden Tierart, aber auch der persönlichen Empfindlichkeit. Diese Regel gilt selbstverständlich auch für Knoblauch. Aufgrund der hohen Konzentration von Schwefelverbindungen kann Knoblauch, wenn es in zu großen Mengen oder über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen wird,

  • den Verdauungstrakt schädigen. Wenn die frisch oder als Pulver verabreichte Dosis Knoblauch hoch und vor allem regelmäßig ist, kann die Magen- und Darmschleimhaut so stark geschädigt werden, dass blutende Geschwüre entstehen, die zu einer Verringerung der Nährstoffaufnahme führen [1, 2, 3, 4]. 
  • Durchfall verursachen
  • eine Anämie verursachen. Die im Knoblauch (und in Zwiebeln) vorhandenen Disulfide fördern die Oxidation des Hämoglobins in den roten Blutkörperchen und verursachen eine gesteigerte Hämolyse (Zerstörung der roten Blutkörperchen). Diese Wirkung ist bei Hunden gut dokumentiert, aber auch bei Pferden nach der Verabreichung von hohen Knoblauchdosierungen (0,2 g getrockneten Knoblauch pro kg Lebendgewicht, also 100 g für ein 500 kg schweres Pferd) belegt [5, 6], oder nach Verabreichung von geringen Mengen über einen langen Zeitraum (32 mg/kg Lebendgewicht über 3 Monate, also 16 g für ein 500 kg schweres Pferd. Diese Dosierung ist geringer als die üblicherweise für getrockneten Knoblauch empfohlene) [7]. Im letzteren Fall ist der Verlauf der Anämie langsam und schleichend, ohne spezielle Symptome, wobei sich der Gesundheitszustand des Pferdes langsam verschlechtert.
  • Blutgerinnungsprobleme verursachen. Die Schwefelverbindungen im Knoblauch verhindern die Aggregation der Blutplättchen und verlängern dadurch die Dauer der Blutung.

Von der Verabreichung von Knoblauch in hohen Dosierungen oder über einen langen Zeitraum (mehr als einen Monat) hinweg wird daher dringend abgeraten, unabhängig von der Art der Verabreichung. Auf Knoblauch sollte auf jeden Fall bei Tieren mit Blutgerinnungs- oder Blutarmutsproblemen verzichtet werden. Auch gilt es, auf Wechselwirkungen mit verabreichten Medikamenten zu achten..


 Knoblauch, ein Starkes Antibiotikum? Richtig!




Jedenfalls bei äußerer Anwendung. Beim Auftragen auf die Haut sollte jedoch auf allergische Reaktionen oder Verbrennungen geachtet werden.

Die antibakteriellen Eigenschaften des Knoblauchs sind seit der Antike bekannt. Louis Pasteur hat diese antibakteriellen Eigenschaften 1858 bewiesen. Auf den Schlachtfeldern des Ersten und Zweiten Weltkriegs wurde Knoblauch als entzündungshemmendes Mittel sogar direkt auf Wunden aufgetragen. So kam es zu der Bezeichnung „Russisches Penicillin“. Diese Eigenschaft erhält es vom Allicin und seinen Derivaten [8]. Allicin ist ein starkes Bakterizid mit breitem Spektrum, das auf die verschiedenen Stämme der Streptokokken, Staphylokokken, Enterokokken, Salmonellen und Shigella wirkt, aber auch ein Fungizid (Aspergillus, Candida, ...). [9].
Die interne Wirkung ist nicht belegt, da nur wenige klinische Studien sich mit dieser Frage befasst haben. Allicin ist eine sehr instabile Verbindung, und es ist unwahrscheinlich, dass die antibiotische Wirkung innerhalb des Organismus fortbesteht. Nach der Einnahme zersetzt sich das Allicin sehr schnell in hundert verschiedene Schwefelverbindungen, z.B. Diallyldisulfid oder Ajoen in variablen Proportionen. Daher kann das Allicin nicht im Blut nachgewiesen werden, oder wenn, dann nur kurzfristig [10, 11]. 


 Knoblauch, eine interessante Vitamin- und Mineralsalzquelle ? Nicht Wirklich!
 

Auch wenn Knoblauch im Verhältnis zu anderen Nahrungsmitteln relativ viel Vitamine insbesondere Vitamine der Gruppe B und Vitamin C(), Mineralsalze (Selen, Eisen) und Spurenelemente (Kalzium, Phosphor) enthält. Da normalerweise nur wenige Gramm verzehrt werden (eine Zehe wiegt durchschnittlich 3 g) ist die Menge letztendlich unbedeutend.



  Knoblauch verscheucht Insekten? Nicht sicher... 



 
Alles hängt davon ab, wie der Knoblauch zubereitet und verabreicht wird (frisch, trocken oder in Öl, innerlich oder direkt auf die Haut aufgetragen), wie hoch es dosiert ist und welche Insekten man verscheuchen möchte.

Frisch, abgekocht oder in Öl und auf die Haut aufgetragen soll Knoblauch die meisten Insekten wirkungsvoll fernhalten. Es ist jedoch sehr flüchtig und instabile (die Wirkstoffe zersetzen sich sehr schnell) und die insektenabweisende Wirkung ist daher entsprechend kurz. Bei längerer Anwendung kann Knoblauch jedoch Hautreizungen oder Verbrennungen oder sogar allergische Reaktionen verursachen... und bei dem Duft sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man vielleicht nicht nur Insekten wirksam fernhält!

Die Einnahme von Knoblauch als insektenabweisendes Mittel ist jedoch sehr umstritten. Nur wenige wissenschaftliche Studien haben sich mit der Wirksamkeit von innerlich angewendetem Knoblauch als Insektenschutzmittel befasst, sei es beim Menschen oder bei Tieren. Generell sind die Ergebnisse nicht überzeugend.

Es bleiben noch die Aussagen der Benutzer. Die Ergebnisse sind eher mäßig (manche stellen einen Unterschied fest, andere nicht). Andererseits sollten die Nebenwirkungen einer regelmäßigen Einnahme selbst geringer Mengen Knoblauch nicht vernachlässigt werden (Blutarmut, Verdauungsstörungen, Blutgerinnungsprobleme).


  Knoblauch, ein wirksames natürliches Wurmittell ? = Schwer zu sagen...    




Auch hier fällt die Antwort nicht leicht. Obwohl Knoblauch seit Jahrhunderten als Wurmmittel für Mensch und Vieh verwendet wird, beruht diese Nutzung eher auf Erfahrungswerten als auf wissenschaftlichen Grundlagen. Auch wenn tatsächlich in vitro positive Ergebnisse bei einigen Arten interner Parasiten erzielt wurden [12], sind die Schlussfolgerungen der wenigen Veröffentlichungen zu diesem Thema eher variabel, wenn diese Versuche in vivo vorgenommen wurden [13, 14]. Die Verschiedenartigkeit der angewandten Protokolle (Dauer, Dosierung, Zubereitung des Knoblauchs) macht die Analyse nur noch komplizierter.

Und bezüglich der Aussagen der Benutzer sind die Ergebnisse sehr unzuverlässig, da der Befall vor und nach der Behandlung ohne koprologische Analysen sehr schwer abzuschätzen ist. Auch wenn einige nach der Behandlung solche Analysen durchführen, werden sie nur selten vorher vorgenommen, um anschließend vergleichen zu können. In allen Fällen ist eine Analyse des Kots nach einer Wurmkur empfehlenswert, um deren Wirksamkeit zu belegen.


  Frisch, Püriert, getrocknet, gekocht... egal in welcher Form, Knoblauch ist immer gleich wirksam... Falsch!



Der Gehalt und die Art der Wirkstoffe des Knoblauchs hängen von zahlreichen Faktoren ab und werden daher von der Zubereitungs- und/oder Auszugsmethode beeinflusst.

Die wichtigsten Formen, unter denen Knoblauch an Pferde verabreicht wird, sind:

  • roher Knoblauch (ganz oder püriert), 
  • getrockneter Knoblauch, 
  • in Pulver oder Spänen 
  • und als Granulat. 

Auf dem Markt wird jedoch auch :

  • ätherisches Knoblauchöl, 
  • Knoblauchöl, 
  • oder gealterte Auszüge (AGE) angeboten.


Allicin ist in den ganzen Zehen nicht vorhanden und entsteht erst, wenn die Zehe „beschädigt“ wird (z.B. durch Pürieren oder Schneiden). Es geht dann aus einem anderen Bestandteil hervor, dem Alliin (0,5 bis 1 % der Bestandteile einer Zehe), das geruchlos und biologisch inaktiv ist. Die Pflanze wehrt sich so gegen Grasfresser, Parasiten und Insekten, da Allicin ein starkes und reizendes Schutzmittel gegen Fraß ist. Allicin tritt sehr schnell nach der Beschädigung auf. Es vergehen dennoch einige Minuten (ca. 15 Minuten bei Umgebungstemperatur), bevor ein Großteil des Alliins in Allicin umgewandelt wird. Außerdem ist das für die Umwandlung verantwortliche Enzym, die Alliinase, sehr temperatur- und pH-empfindlich.  

So vernichtet jegliches Garen, aber auch ein zu saurer pH-Wert (pH < 3) endgültig das Enzym. Die Reaktion in Magen und Darm ist somit unmöglich, sowie auch beim Garen von frisch püriertem Knoblauch.  

Getrocknetes Knoblauchpulver enthält auch kein Allicin, sondern Alliin. Die Verabreichung von ganzen Zehen oder gekochtem bzw. getrocknetem Knoblauch an ein Pferd ist somit nicht die beste Methode, das Potenzial der Pflanze auszuschöpfen. Wenn dem getrockneten Knoblauch einige Minuten vor der Verabreichung Wasser zugegeben wird, soll Allicin entstehen.



Vorläufige Informationen - Ersetzt nicht Absprache mit einem Tierarzt



Références
1- Amagase H, Petesch BL, Matsuura H, Kasuga S, Itakura Y. Intake of garlic and its bioactive components. J Nutr. 2001 Mar;131(3s):955S-62S.
2- Hoshino T, Kashimoto N, Kasuga S. Effects of garlic preparations on the gastrointestinal mucosa. J Nutr. 2001 Mar;131(3s):1109S-13S.
3- Sood DR, Vinod C, Shupa. Effect of garlic (Allium sativum) extract on degree of hydration, fructose, sulphur and phosphorus contents of eye lens and intestinal absorption of nutrients. Indian Journal of Clinical Biochemistry. 2003;18(2):190–196.
4- Omotoso G, Muonagolu J, Enaibe B. Histological evaluation of the jejunum and ileum of rats after administration of high dose garlic aqueous extract. Int J Health Sci (Qassim). 2012 Jun;6(2):135-40.
5- Pearson W, Boermans HJ, Bettger WJ, McBride BW, Lindinger MI. Association of maximum voluntary dietary intake of freeze-dried garlic with Heinz body anemia in horses. Am J Vet Res. 2005 Mar;66(3):457-65.
6- Valle E, Moro E. Padalino B. Garlic effects in the horse: a clinical report. Societa Italiana Veterinari per Equini, Cremona, Italy, Ippologia, 2006, 17, 4, pp 35-39.
7- Saastamoinen MT, Hyyppä S, Särkijärvi S, Ellis AD, Longland AC, Coenen M, Miraglia N. Influence of garlic supplementation on respiratory health and incidence of anaemia in horses. In : The Impact of Nutrition on the Health and Welfare of Horses: 5th European Workshop Equine Nutrition: Cirencester, United Kingdom, 19-22 September 2010. Wageningen Academic Pub, 2010. p. 280.8- Londhe VP, Gavasane AT, Nipate SS, Bandawane DD, Chaudhari PD. Role of garlic (Allium sativum) in various diseases: An overview. J Pharm Res Opin, 2011, 1:129-134.
9- Ilic DP, Nikolic VD, Nikolic LB, Stankovic MZ, Stanojevic LP, Cakic MD. Allicin and related compounds: Biosynthesis, synthesis and pharmacological activity. Facta universitatis-series: Physics, Chemistry and Technology, 2011, vol. 9, no 1, p. 9-20.
10- Lawson LD, Ransom DK, Hughes BG. Inhibition of whole blood platelet-aggregation by compounds in garlic clove extracts and commercial garlic products. Thromb Res.1992 65(2):141-156.
11- Freeman F, Kodera Y. Garlic Chemistry: Stability of S-(2-Propenyl)-2-Propene-1-sulfinothioate (Allicin) in Blood, Solvents, and Simulated Physiological Fluids. J. Agric. Food Chem., 1995, 43 (9) :2332–2338
12- Shalaby HA, Farag TK. Body Surface Changes in Gastrointestinal Helminthes Following in vitro Treatment with Allium sativum Oil. J Veterinar Sci Technolo 2014, 5:1
13- Sutton GA, Haik R. Efficacy of garlic as an anthelmintic in donkeys. Israel Journal of Veterinary Medicine, 1999, 54(1): 23-27
14- Burke JM, Wells A, Casey P, Miller JE. Garlic and papaya lack control over gastrointestinal nematodes in goats and lambs. Vet Parasitol. 2009, 159(2):171-174.

Posted on 05.07.2016 Lebensmittel für das Pferd 22276